Was ist SaaS und welchen Nutzen hat es?

SaaS steht für „Software as a Service“ und bezeichnet ein cloudbasiertes Modell zur Bereitstellung von Software über das Internet. Der Anbieter hostet die Anwendung auf seinen Servern. Nutzer greifen per Webbrowser oder App darauf zu, ohne Software lokal installieren zu müssen. Das Modell setzt sich weltweit durch: Der globale SaaS-Markt hatte 2024 ein Volumen von rund 399 Milliarden US-Dollar und wird laut Grand View Research bis 2030 auf über 819 Milliarden US-Dollar anwachsen. In Deutschland erreichte der Markt 2024 einen Umsatz von 24 Milliarden US-Dollar.

Was ist SaaS und welchen Nutzen hat es?

Im Zuge der anhaltenden Migration in Richtung „Cloud“ bleiben zahlreiche Fragen unausgesprochen und finden keine Antworten. Im Jahr 2021 betrug der weltweite Umsatz der SaaS-Branche laut einer Studie 272,49 Milliarden US-Dollar. Jedoch werden in Berichten häufig Zahlen präsentiert, die verdeutlichen, wie besorgt Fach- und Führungskräfte über möglichen Datenverlust in der Cloud sind. Da es sich um ein Milliarden-Dollar-Geschäft veranschaulicht die Signifikanz von SaaS. Es ist folglich wichtig, das Konzept des Daten-Speicherns in einem Cloud-Dienst gut zu verstehen.

Was ist SaaS? Definition und Grundprinzip

SaaS ist eine Untergruppe des Cloud-Computing. Der Anbieter übernimmt Betrieb, Wartung und Aktualisierung der Software vollständig. Der Nutzer benötigt lediglich eine Internetverbindung und ein Endgerät. Mehr ist nicht erforderlich.

Im Vergleich zu klassischer On-Premise-Software wird keine Hardware am Unternehmensstandort benötigt. Dokumente, Daten und Anwendungen liegen auf externen Servern des Anbieters. Zugänglich sind sie von überall und jederzeit.

Gibt es einen Unterschied zwischen Cloud-Diensten und SaaS?

Ja. Cloud-Computing ist der Oberbegriff für verschiedene Dienste, die über das Internet bereitgestellt werden. SaaS ist eine spezifische Untergruppe: Es bezeichnet fertige Softwareanwendungen, die über die Cloud bereitgestellt und genutzt werden. Weitere Cloud-Modelle sind IaaS und PaaS.

Wie funktioniert SaaS?

SaaS-Anwendungen laufen auf den Servern des Anbieters. Die meisten basieren auf einer Multi-Tenant-Architektur: Eine einzige Softwareinstanz wird für mehrere Kunden gleichzeitig betrieben. Die Daten jedes Kunden werden dabei strikt voneinander getrennt.

Der Einstieg verläuft in drei Schritten:

  1. Das Unternehmen schließt ein Abonnement ab.
  2. Der Anbieter richtet einen Zugang ein.
  3. Die Software ist sofort nutzbar, ohne Installation oder Hardware-Konfiguration.

Updates und Sicherheits-Patches spielen Anbieter automatisch ein. IT-Teams müssen sich nicht darum kümmern

SaaS, IaaS und PaaS im Vergleich

SaaS ist eines von drei klassischen Cloud-Service-Modellen. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede:

MERKMALIAASPAASSAAS
Was wird bereitgestellt?IT-Infrastruktur (Server, Speicher, Netzwerk)EntwicklungsplattformFertige Softwareanwendung
Wer verwaltet was?Nutzer verwaltet Betriebssystem, Anwendungen und DatenNutzer verwaltet nur die AnwendungAnbieter verwaltet alles
Typische NutzerIT-Teams, EntwicklerSoftwareentwicklerEndnutzer, Fachabteilungen
Grad der KontrolleHochMittelGering (dafür minimaler Aufwand)
BeispieleCloud-Server, DatenspeicherApp-EntwicklungsumgebungenCRM-, ERP-, Board-Portal-SoftwareSaaS ist die nutzerfreundlichste Variante. Es bietet gebrauchsfertige Software ohne technischen Aufwand auf Kundenseite.

SaaS ist die nutzerfreundlichste Variante. Es bietet gebrauchsfertige Software ohne technischen Aufwand auf Kundenseite.

Warum bevorzugen Unternehmen SaaS?

Unternehmen entscheiden sich aus einer Vielzahl von Gründen für SaaS:

  • Keine Hardware-Investitionen: Die Infrastruktur liegt vollständig beim Anbieter.
  • Geringere Vorabkosten: Statt teurer Einmallizenzen wird ein monatliches oder jährliches Abonnement gezahlt.
  • Schnelle Inbetriebnahme: SaaS-Anwendungen sind oft innerhalb von Minuten einsatzbereit.
  • Automatische Updates: Neue Funktionen und Sicherheits-Patches werden ohne IT-Aufwand eingespielt.
  • Skalierbarkeit: Nutzeranzahl und Funktionsumfang lassen sich flexibel anpassen.
  • Standortunabhängiger Zugriff: Mitarbeitende können von jedem Gerät und überall auf ihre Tools zugreifen.
  • Entlastung der IT-Abteilung: Wartung, Pflege und Support übernimmt der Anbieter.
  • Vorhersehbare Kosten: Abonnementmodelle erleichtern die Budgetplanung erheblich.

Herausforderungen und Nachteile von SaaS

Trotz vieler Vorteile gibt es auch Risiken, die Unternehmen kennen sollten:

  • Abhängigkeit vom Internet: Ohne stabile Verbindung ist die Software oft nicht nutzbar.
  • Eingeschränkte Anpassbarkeit: SaaS-Lösungen sind weniger individuell konfigurierbar als Eigenentwicklungen.
  • Datenschutzfragen: Unternehmen übertragen die Datenverwaltung teilweise an den Anbieter.
  • Anbieterbindung: Ein Anbieterwechsel kann aufwändig sein, wenn Daten nicht einfach exportierbar sind.
  • Downtime-Risiko: Fällt der Anbieter aus, steht die Software vorübergehend nicht zur Verfügung.

Eine sorgfältige Anbieterwahl und klare vertragliche Regelungen im Service Level Agreement (SLA) helfen, diese Risiken zu minimieren.

Wem gehören die Daten bei SaaS?

Diese Frage ist zentral. Der SaaS-Anbieter hostet die Daten, ist aber nicht automatisch ihr Eigentümer. Das Dateneigentum wird im SLA geregelt. In der Regel gehören alle gespeicherten Daten weiterhin dem Kunden. Seriöse Anbieter ermöglichen den Export und die lokale Sicherung der Daten jederzeit und auf Anfrage.

Häufige SaaS-Anwendungsgebiete

SaaS ist heute in nahezu allen Geschäftsbereichen verbreitet:

  • Kommunikation und Kollaboration (z.B. Microsoft 365, Slack)
  • Projektmanagement (z.B. Trello, Asana)
  • Kundenbeziehungsmanagement (CRM) (z.B. Salesforce, HubSpot)
  • Buchhaltung und ERP-Systeme
  • HR-Software und Personalplanung
  • Vertragsmanagement und Legal-Tech-Lösungen
  • Governance- und Board-Portal-Software

SaaS und Datensicherheit: Was Unternehmen beachten sollten

Datensicherheit ist einer der häufigsten Einwände gegenüber dem SaaS-Modell. Im DACH-Raum spielen die DSGVO und der Serverstandort eine besondere Rolle. Bei der Anbieterwahl sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • Serverstandort in der EU: Datenspeicherung in europäischen Rechenzentren schützt vor dem Zugriff ausländischer Behörden, etwa nach dem U.S. CLOUD Act.
  • ISO 27001-Zertifizierung: Der international anerkannte Standard für Informationssicherheit.
  • DSGVO-Konformität: Alle Verarbeitungsprozesse müssen den europäischen Datenschutzanforderungen entsprechen.
  • Granulare Zugriffskontrolle: Klare Berechtigungssysteme regeln, wer Zugriff auf welche Daten hat.
  • Datenverschlüsselung: Sowohl bei der Übertragung als auch bei der Speicherung.
  • Audit Trail: Alle Nutzeraktivitäten werden lückenlos dokumentiert.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Datenschutz und Datensicherheit: DiliTrust zertifiziert nach ISO 27001 und ISO 27701.

SaaS für Rechtsabteilungen und Governance

Rechtsabteilungen und Boards profitieren besonders vom SaaS-Modell. Spezialisierte Governance-Plattformen ermöglichen es, Boardsitzungen, Verträge, Entities und Rechtsfälle zentral zu verwalten. Alle Beteiligten haben standortunabhängig Zugriff auf aktuelle Informationen.

Die DiliTrust Suite ist eine SaaS-Plattform mit fünf integrierten Modulen. Dazu gehören Board Portal, Contract Management, Entity Management, Matter Management und Dataroom. Die Plattform speichert alle Daten in ISO 27001-zertifizierten Rechenzentren innerhalb der EU. Sie unterliegt nicht dem U.S. CLOUD Act und erfüllt die Anforderungen nach ISO 27701 und SOC 2. Alle Nutzeraktivitäten werden in einem vollständigen Audit Trail dokumentiert.

Das könnte Sie auch interessieren: