CLM-Software: Der vollständige Leitfaden zum Contract Lifecycle Management in 2026

Die meisten Rechtsabteilungen kämpfen täglich mit dem Vertrags-Chaos. Verpasste Verlängerungsfristen. Versionschaos. Genehmigungsengpässe, die Abschlüsse um Wochen verzögern. Der manuelle Ansatz mit Tabellenkalkulationen und E-Mails kostet Unternehmen durch Vertragsverluste, Compliance-Verstöße und Zeitverschwendung bis zu 9 % des Jahresumsatzes.

CLM-Software setzt dem ein Ende.

Was ist CLM-Software?

CLM-Software (Contract Lifecycle Management Software) ist eine Plattform, die den gesamten Vertragslebenszyklus automatisiert und verwaltet, von der Erstellung und Verhandlung über die Unterzeichnung und Leistungsüberwachung bis hin zur Verlängerung, und das in einem einzigen, zentralen System. Sie ersetzt manuelle, fragmentierte Prozesse und hilft Rechts- und Fachbereichen dabei, Risiken zu reduzieren, Compliance sicherzustellen und Verhandlungszyklen zu beschleunigen.

Der Begriff „Lifecycle“ ist keine Marketing-Phrase. Er steht für einen grundlegenden Wandel: weg von der bloßen Ablage unterzeichneter PDFs, hin zur aktiven Verwaltung von Verträgen als strategische Unternehmensressourcen – über alle Phasen hinweg.

CLM-Software vs. einfache Vertragsmanagement-Software

Einfache Vertragsmanagement-Tools funktionieren wie digitale Aktenschränke. Sie speichern unterzeichnete Dokumente, bieten Suchfunktionen und senden Fristen-Erinnerungen. Das ist nützlich, aber unvollständig.

Eine CLM-Software geht weiter. Sie verwaltet Prozesse vor der Unterzeichnung (Erstellung, Überarbeitung, Genehmigungen) ebenso wie nach der Unterzeichnung (Verpflichtungen, Verlängerungen, Compliance) und alles dazwischen. Sie steuern den gesamten Vertragsweg, nicht nur den Endzustand.

Wenn Ihr aktuelles System einen Vertrag nicht von der ersten Anfrage bis zur endgültigen Kündigung begleiten kann, handelt es sich nicht um CLM.

Warum der „Contract Lifecycle“ den Unterschied macht

Das Lifecycle-Modell berücksichtigt eine entscheidende Realität: Verträge schaffen langfristige Verpflichtungen, Risiken und Umsatzchancen – auch lange nach der Unterzeichnung. Ein heute abgeschlossener Dreijahresvertrag wird über 36 Monate hinweg Verlängerungsentscheidungen, Preisanpassungen, Nutzungsüberprüfungen und Compliance-Prüfungen auslösen.
CLM-Plattformen sorgen dafür, dass nichts übersehen wird.

Automatisierte Benachrichtigungen weisen auf bevorstehende Verlängerungen hin. Die Verpflichtungsverfolgung schafft klare Verantwortlichkeiten. KI-gestützte Analysen zeigen, welche Lieferanten SLAs regelmäßig verfehlen oder welche Klauseln die meisten Streitigkeiten verursachen.

Warum CLM-Software in 2026 unverzichtbar ist

Rechtsabteilungen sehen sich steigenden Vertragsvolumina, schlankeren Teams und Stakeholdern gegenüber, die sofortige Auskunft über vertragliche Verpflichtungen erwarten. Manuelle Prozesse skalieren nicht.

Die versteckten Kosten des manuellen Vertragsmanagements

Schlechtes Vertragsmanagement vernichtet Unternehmenswert auf Weisen, die die meisten Unternehmen unterschätzen:

  • Verpasste Verlängerungen: Automatische Verlängerungen greifen ohne Nachverhandlung und binden das Unternehmen an ungünstige Konditionen für einen weiteren Zyklus.
  • Versionschaos: Vertrieb, Rechtsabteilung und Einkauf arbeiten mit unterschiedlichen Entwürfen. Die falsche Version wird unterzeichnet.
  • Genehmigungsverzögerungen: Verträge verweilen tagelang in E-Mail-Postfächern, während Mitarbeiter den richtigen Ansprechpartner suchen.
  • Compliance-Lücken: Ohne zentrale Übersicht kann die Rechtsabteilung nicht prüfen, ob Lieferanten DSGVO-, SOC 2- oder ESG-Anforderungen erfüllen.
  • Verlorenes Verhandlungspotenzial: Teams verhandeln immer wieder dieselben ungünstigen Klauseln neu, weil es kein institutionelles Gedächtnis gibt.

Studien zeigen, dass schlechtes Vertragsmanagement Unternehmen bis zu 9 % des Jahresumsatzes kostet. Für ein Unternehmen mit 500 Millionen Euro Umsatz entspricht das 45 Millionen Euro jährlich.

Wie modernes CLM die Rechtsabteilung transformiert

Eine CLM-Software liefert messbare Ergebnisse:

  • Schnellere Vertragsbearbeitung durch automatisierte Vorlagenerstellung, Genehmigungsweiterleitung und Klauselabweichungsprüfungen.
  • Weniger manuelle Aufgaben durch KI-gestützte Datenextraktion und Workflow-Automatisierung.
  • Lückenlose Audit Trails, die jede Änderung, Genehmigung und Unterschrift für die Compliance-Berichterstattung dokumentieren.
  • Echtzeit-Transparenz über Vertragsstatus, Verpflichtungen und Risikoexposition über zentrale Dashboards.
  • Proaktives Fristenmanagement mit automatisierten Benachrichtigungen für Verlängerungen, Laufzeitenden und wichtige Meilensteine.

Der Wandel von reaktiv (Verträge suchen) zu proaktiv (Verpflichtungen managen, bevor sie zum Problem werden) verändert die Arbeitsweise von Rechtsabteilungen grundlegend.

Die 9 Phasen des Contract Lifecycle

Effektives CLM umfasst jede Phase. Ein Verständnis des gesamten Prozesses hilft Ihnen zu erkennen, wo Ihr aktueller Ablauf versagt.

Phase 1 – Vertragsanfrage & Vorlagenerstellung

Stakeholder außerhalb der Rechtsabteilung, Vertrieb, Einkauf, HR, benötigen Verträge. Ohne einen formalen Eingangsweg treffen Anfragen per E-Mail, Messaging-Tools oder informell ein.

Eine CLM-Software zentralisiert den Eingang. Fachbereichsmitarbeiter füllen strukturierte Anfrageformulare aus. Das System leitet Anfragen anhand von Vertragstyp, Wert oder Risiko an die richtige Warteschlange weiter. Die Rechtsabteilung behält die Kontrolle, ohne zum Engpass zu werden.

Die Vorlagenerstellung sichert Konsistenz. Rechtsabteilungen erstellen Klauselbibliotheken mit vorab genehmigten Formulierungen. Vorlagen werden automatisch auf Basis der Transaktionsparameter befüllt und reduzieren den Entwurfsaufwand von Stunden auf Minuten.

Phase 2 – Vertragserstellung & Entwurf

Nach der Freigabe wird der Vertrag erstellt. Moderne CLM-Plattformen sind in Microsoft Word und Google Docs integriert, sodass Teams in ihrer gewohnten Umgebung arbeiten können.

Die automatisierte Dokumentenerstellung zieht Daten aus CRM-Systemen (Kundenname, Preise, Leistungsumfang) und kombiniert sie mit den Vorlagenklauseln. Die Plattform wendet bedingte Logik an: Bei Verträgen über 500.000 Euro werden Genehmigungsanforderungen auf Führungsebene ergänzt; bei EU-Kunden werden DSGVO-konforme Datenverarbeitungsklauseln automatisch eingefügt.

Phase 3 – Verhandlung & Überarbeitung

Verhandlungen finden in Echtzeit statt. Beide Parteien überarbeiten den Entwurf, schlagen Alternativen vor und verfolgen Änderungen.

CLM-Plattformen gewährleisten Versionskontrolle. Jede Änderung wird protokolliert. Rechtsabteilungen sehen sofort, was sich zwischen Version 3 und Version 7 geändert hat, ohne manuellen Dokumentenvergleich.

Kollaborationsfunktionen ermöglichen es internen Teams (Rechts-, und Fachabteilungen), Kommentare zu hinterlassen, Änderungen vorzuschlagen und Anpassungen zu genehmigen – ohne den Wechsel zwischen verschiedenen Tools.

Phase 4 – Interne Überprüfung

Bevor ein Vertrag an die Gegenpartei übermittelt wird, müssen interne Stakeholder die Konditionen prüfen und bestätigen. Die Finanzabteilung prüft die Preisgestaltung. Die IT verifiziert Datenschutzklauseln. Compliance prüft die regulatorische Konformität.

CLM-Software automatisiert die Prüfungs-Workflows. Das System leitet Entwürfe basierend auf Vertragstyp und -wert an die richtigen Prüfer weiter. Prüfer erhalten Benachrichtigungen, geben Rückmeldungen und genehmigen oder fordern Änderungen direkt in der Plattform an.

Phase 5 – Genehmigungsworkflows

Verträge benötigen vor der Unterzeichnung formale Genehmigungen. Genehmigungswege variieren je nach Transaktionsgröße, Risikoniveau oder Vertragstyp.

CLM-Plattformen setzen Vollmachtsregelungen durch. Ein Lieferantenvertrag über 10.000 Euro benötigt möglicherweise nur die Zustimmung der Rechtsabteilung, während ein Kundenvertrag über 2 Millionen Euro die Genehmigung von CFO und General Counsel erfordert.

Automatisierte Eskalationen verhindern Verzögerungen. Wenn ein Genehmiger nicht innerhalb von 48 Stunden reagiert, eskaliert das System an dessen Vorgesetzte oder sendet eine Erinnerung.

Phase 6 – Unterzeichnung & E-Signatur

Nach der Genehmigung wird der Vertrag zur Unterzeichnung freigegeben. Moderne CLM-Plattformen verfügen über eine eigene Signaturfunktion oder sind in führende E-Signatur-Anbieter integriert (DocuSign, Adobe Sign, Yousign, HelloSign).

Rechtsabteilungen versenden Verträge direkt aus dem CLM-System. Die Plattform verfolgt den Unterzeichnungsstatus in Echtzeit. Nach vollständiger Ausführung wird der unterzeichnete Vertrag automatisch im Repository mit Metadaten (Vertragsparteien, Daten, Vertragstyp) abgelegt.

Die Rechtsgültigkeit wird durch Audit Trails gesichert, die jeden Schritt dokumentieren: wer den Vertrag versendet hat, wann er geöffnet wurde, wer unterzeichnet hat sowie die Zeitstempelverifizierung.

Phase 7 – Ablage & Repository-Verwaltung

Unterzeichnete Verträge werden in einem zentralen, durchsuchbaren Repository abgelegt. Im Gegensatz zu gemeinsamen Laufwerken oder E-Mail-Archiven strukturieren CLM-Repositories Verträge mit Metadaten: Vertragspartner, Wert, Laufzeit, Verlängerungsdatum, anwendbares Recht.

Leistungsfähige Suchfunktionen ermöglichen es Rechtsabteilungen, Verträge nach beliebigen Feldern sofort zu finden. „Zeige alle Lieferantenverträge, die in Q3 2026 mit automatischer Verlängerungsklausel auslaufen“ liefert Ergebnisse in Sekunden.

Granulare Zugriffsrechte stellen sicher, dass nur autorisierte Benutzer vertrauliche Verträge einsehen können. Rollenbasierte Berechtigungen verhindern unberechtigte Bearbeitungen oder Löschungen.

Phase 8 – Leistungsüberwachung & Compliance

Die Unterzeichnung ist nicht das Ziel. Verträge schaffen laufende Verpflichtungen: Zahlungspläne, SLA-Anforderungen, Compliance-Prüfungen, Berichtspflichten.

CLM-Plattformen extrahieren Verpflichtungen automatisch mithilfe von KI. Das System weist Aufgaben den verantwortlichen Personen zu, verfolgt deren Erfüllung und meldet verpasste Fristen.

Performance-Dashboards bieten Echtzeit-Transparenz. Rechtsabteilungen überwachen Lieferanten-Compliance, Ausgaben im Verhältnis zum Budget und Vertragsnutzungsraten.

Phase 9 – Verlängerungs- oder Ablaufmanagement

Verträge laufen aus oder verlängern sich automatisch. Ohne proaktives Management verpassen Unternehmen Nachverhandlungsfenster oder werden an ungünstige Konditionen gebunden.

CLM-Software sendet automatisierte Erinnerungen 90, 60 und 30 Tage vor der Verlängerung. Rechtsabteilungen prüfen Preisgestaltung, Leistung und Geschäftsbedarf. Nachverhandlungen beginnen frühzeitig und nutzen die Leistungsdaten aus der Vertragslaufzeit

Bei Vertragsende archiviert die Plattform den Vertrag und sichert einen vollständigen Audit Trail für regulatorische oder rechtliche Zwecke.

Wichtige Funktionen bei der Wahl einer CLM-Software

Nicht alle CLM-Plattformen bieten dieselben Funktionen. Priorisieren Sie nach dem Reifegrad Ihrer Unternehmen und Ihren spezifischen Schwachstellen.

Kernfunktionen

Diese Funktionen bilden das Fundament jeder seriösen CLM-Lösung:

FUNKTIONWAS SIE LEISTET
Vorlagen- & KlauselbibliothekenVorab genehmigte Vertragsvorlagen und wiederverwendbare Klauselformulierungen, die die Rechtsabteilung kontrolliert und Fachbereiche nutzen können
Workflow-AutomatisierungAutomatisierte Weiterleitung, Genehmigungen und Aufgabenzuweisungen basierend auf Vertragstyp, Wert oder Risiko
VersionskontrolleJede Änderung verfolgen, eine vollständige Historie führen und Versionen sofort vergleichen
Zentrales RepositoryDurchsuchbare, metadatenreiche Ablage mit rollenbasierten Zugriffsrechten
E-Signatur-IntegrationNative oder Drittanbieter-Integration mit DocuSign, Adobe Sign oder anderen Anbietern
Fristen- & VerpflichtungsverfolgungAutomatisierte Benachrichtigungen für Verlängerungen, Laufzeitenden, Zahlungsmeilensteine und Compliance-Fristen
Audit TrailsVollständige Dokumentation jeder Aktion (Bearbeitungen, Genehmigungen, Unterschriften) für Compliance und rechtliche Nachweisbarkeit
Suche & ReportingMehrkriteriensuche, benutzerdefinierte Berichte und Dashboards für die Übersicht über das Vertragsportfolio

Erweiterte Funktionen

Unternehmen mit höherem CLM-Reifegrad sollten diese Funktionen evaluieren:

  • KI-gestützte Vertragsanalyse: Automatisierte Erkennung von Klauselabweichungen durch Vergleich eingehender Verträge mit Ihren Playbook-Standards.
  • Optische Zeichenerkennung (OCR): Digitalisierung älterer Papierverträge und automatische Extraktion wichtiger Daten.
  • Klauselvergleich: Analyse von Unterschieden zwischen vorgeschlagenen Klauseln und Ihrer genehmigten Formulierung, mit prozentualer Übereinstimmungsbewertung.
  • CRM- & ERP-Integrationen: Direkte Übernahme von Kunden-, Lieferanten- und Preisdaten aus Salesforce, SAP oder Oracle.
  • Individuelle Workflows: No-Code-Workflow-Builder, mit denen Rechtsabteilungen Genehmigungspfade ohne IT-Unterstützung gestalten können.
  • Risikobewertung: KI-gestützte Risikoanalyse, die risikobehaftete Klauseln kennzeichnet (unbegrenzte Haftung, einseitige Schadensersatzregelungen).
  • Analyse-Dashboards: Echtzeit-KPIs zu Vertragszykluszeiten, Genehmigungsengpässen und Ausgabentrends.
  • Mehrsprachige Unterstützung: Vertragsmanagement in mehreren Sprachen und Rechtsordnungen.

Sicherheits- & Compliance-Anforderungen

Vertragsdaten sind sensibel. Ihre CLM-Plattform muss den geltenden Unternehmens-Sicherheitsstandards entsprechen:

  • ISO 27001 & ISO 27701: Internationale Zertifizierungen für Informationssicherheit und Datenschutzmanagement.
  • SOC 2 Type 2: Unabhängiges Audit, das die Wirksamkeit implementierter Sicherheitsmaßnahmen bestätigt.
  • DSGVO-Konformität: Datenspeicherort, Recht auf Löschung und Datenverarbeitungsverträge für Kunden in der EU.
  • Rollenbasierte Zugriffskontrollen (RBAC): Granulare Berechtigungen, die sicherstellen, dass nur autorisierte Nutzer auf bestimmte Verträge zugreifen können.
  • Verschlüsselung: Datenverschlüsselung im Ruhezustand und bei der Übertragung.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Zusätzliche Sicherheitsebene beim Nutzerzugang.

Wer nutzt CLM-Software?

CLM-Software dient mehreren Abteilungen, nicht nur der Rechtsabteilung. Abteilungsübergreifende Akzeptanz treibt den ROI.

  • Rechtsabteilungen: Zentralisieren Vertragserstellung, -verhandlung und Compliance-Tracking. Sie reduzieren den Zeitaufwand für wenig wertschöpfende Aufgaben wie das Suchen nach Verträgen oder das manuelle Verfolgen von Verlängerungen.
  • Vertrieb: Beschleunigen Abschlusszyklen durch Self-Service-Vertragsgenerierung aus genehmigten Vorlagen. Vertriebsmitarbeiter erstellen NDAs, MSAs und Bestellformulare, ohne auf die Freigabe der Rechtsabteilung warten zu müssen.
  • Einkauf: Verwalten Lieferantenverträge, verfolgen Ausgaben gegenüber verhandelten Preisen und überwachen die Einhaltung von SLAs und regulatorischen Anforderungen.
  • Finanzabteilung: Stellen die Einhaltung von Zahlungsfristen sicher, verfolgen Umsatzverpflichtungen und unterstützen Finanzprüfungen mit vollständiger Vertragsübersicht.
  • HR: Verwalten Arbeitsverträge, NDAs und Dienstleisterverträge mit automatisierten Workflows und sicherer Ablage.
  • Compliance- und Risikoabteilungen: Überwachen vertragliche Verpflichtungen, kennzeichnen risikobehaftete Klauseln und erstellen Compliance-Berichte für interne und externe Audits.

Die Rolle von KI in CLM-Software

KI ist kein Differenzierungsmerkmal mehr. Sie ist Standard. Doch nicht alle KI-Implementierungen sind gleich.

KI-gestützte Vertragsanalyse & Risikobewertung

KI scannt eingehende Drittanbieter-Verträge, identifiziert risikobehaftete Klauseln (unbegrenzte Haftung, einseitige Freistellungsregelungen, nachteilige Kündigungsrechte) und markiert diese für die rechtliche Prüfung.

Fortgeschrittene Systeme vergleichen vorgeschlagene Formulierungen mit Ihren Playbook-Standards und schlagen genehmigte Alternativen vor. Damit wandelt sich die Vertragsüberprüfung von einem manuellen, zeilenweisen Prozess in ein automatisiertes Triage-Verfahren: Die KI übernimmt Standardklauseln, Unternehmensjuristen konzentrieren sich auf Ausnahmen.

Automatisierte Datenextraktion & OCR

Das manuelle Extrahieren von Vertrags-Metadaten (Vertragsparteien, Wirksamkeitsdaten, Verlängerungskonditionen, Zahlungspläne) ist zeitaufwendig und fehleranfällig.

KI-gestützte optische Zeichenerkennung liest Verträge in beliebigen Formaten (gescannte PDFs, Bilder, Word-Dokumente), extrahiert strukturierte Daten und füllt Metadatenfelder automatisch aus. Die Migration älterer Vertragsbestände, die früher Monate dauerte, ist heute in Tagen abgeschlossen.

Klauselgenerierung & Abweichungserkennung

Generative KI erstellt Vertragsklauseln auf Basis von Vertragsparametern und rechtlichen Anforderungen. Statt aus alten Verträgen zu kopieren, weisen Rechtsabteilungen die KI direkt an: „Erstelle eine Haftungsbegrenzungsklausel für einen SaaS-Vertrag über 500.000 € nach deutschem Recht.“

Die Abweichungserkennung vergleicht eingehende Verträge mit Ihrer Klauselbibliothek. Das System berechnet Übereinstimmungsquoten, hebt Unterschiede hervor und empfiehlt, ob die vorgeschlagene Formulierung akzeptiert, nachverhandelt oder abgelehnt werden sollte.

Proprietäre KI vs. Drittanbieter-KI: Warum Datensicherheit entscheidend ist

Dieser Unterschied ist für Käufer weitaus bedeutsamer, als viele vermuten.

Viele CLM-Anbieter integrieren Drittanbieter-KI von OpenAI, Google oder Microsoft. Das bedeutet: Ihre Vertragsdaten, Preisangaben, Kundennamen, vertrauliche Konditionen, werden zur Verarbeitung an externe Plattformen übermittelt. Sie vertrauen einem Dritten Ihre sensibelsten Geschäftsinformationen an.

Proprietäre KI, die vom CLM-Anbieter auf eigener Infrastruktur trainiert und betrieben wird, hält Ihre Daten im eigenen Haus. Keine externen Abhängigkeiten. Keine Exposition gegenüber Drittanbieter-KI-Systemen. Volle Kontrolle über die Datensouveränität.

Für Unternehmen in regulierten Branchen, BaFin-regulierte Finanzdienstleister, Gesundheitswesen, öffentlicher Sektor, ist proprietäre KI nicht verhandelbar. Aber auch für alle anderen Unternehmen sollte Datensicherheit die Anbieterauswahl maßgeblich bestimmen.
Stellen Sie jedem CLM-Anbieter diese Frage: „Wohin gelangen meine Vertragsdaten, wenn Ihre KI sie verarbeitet?“

So wählen Sie die richtige CLM-Lösung

Die Einführung von CLM-Software ist eine Entscheidung, die mehrere Stakeholder einbindet. Nutzen Sie einen strukturierten Rahmen, um Anbieter zu evaluieren und kostspielige Fehler zu vermeiden.

  • Der Kauf von CLM-Software ist eine Entscheidung mit mehreren Beteiligten; nutzen Sie einen strukturierten Rahmen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.
  • Identifizieren Sie Schwachstellen in Rechtsabteilung, Vertrieb, Einkauf und Finanzen; priorisieren Sie nach Geschäftsauswirkung.
  • Definieren Sie Pflichtanforderungen (Vorlagen, Workflow-Automatisierung, Repository, E-Signatur, Verlängerungsbenachrichtigungen) gegenüber optionalen Anforderungen (KI-Prüfung, CRM-Integration, erweiterte Analysen).
  • Bewerten Sie Anbieter per RFP mit den Schwerpunkten Funktionsumfang, KI/Automatisierung, Integrationen, Sicherheitszertifizierungen und Support.
  • Führen Sie einen Proof of Concept mit 2–3 Anbietern anhand echter Verträge durch; beziehen Sie echte Endnutzer ein, nicht nur das Management.
  • Planen Sie das Change Management: Sichern Sie einen Executive Sponsor, schulen Sie Nutzer rollenbasiert, migrieren Sie Verträge schrittweise und überwachen Sie die Akzeptanz nach dem Launch.

CLM-Software Preise: Was Sie erwarten können

Die Preisgestaltung variiert je nach Nutzerzahl, Funktionsumfang und Bereitstellungsmodell erheblich.

Typische Preismodelle:

  • Pro Nutzer/Monat: 50–300 € pro Nutzer und Monat, abhängig vom Funktionspaket. Typisch für mittelständische Lösungen.
  • Jahresabonnement: 10.000–50.000 € pro Jahr für kleinere Teams; ab 100.000 € für Enterprise-Deployments.
  • Gestaffelte Preisgestaltung: Anbieter bieten Basic-, Professional- und Enterprise-Pakete mit zunehmendem Funktionsumfang an.

Kostentreibende Faktoren:

  • Anzahl der Nutzer (Volllizenzen vs. Lesezugriff)
  • Erweiterte KI-Funktionen (Vertragsanalyse, Risikobewertung)
  • Integrationen (CRM, ERP, E-Signatur)
  • Support-Level (24/7, dedizierter Account Manager)
  • Professional Services (Implementierung, Training, individuelle Workflows)

Versteckte Kosten im Blick behalten:

  • Migrationsgebühren für den Import älterer Vertragsbestände
  • Mehrkosten bei Überschreitung der vereinbarten Nutzer- oder Dokumentlimits
  • Entwicklungskosten für individuelle Workflows, wenn No-Code-Tools eingeschränkt sind

Fordern Sie bei der Anbieterauswahl transparente Gesamtpreise an. Vergleichen Sie die Gesamtbetriebskosten über 3 Jahre, nicht nur die Kosten des ersten Jahres.

DiliTrust für Contract Lifecycle Management

Bei DiliTrust haben wir unser CLM-Modul entwickelt, um genau die in diesem Leitfaden beschriebenen Herausforderungen zu lösen. Von der Vertragserstellung und -verhandlung über die Unterzeichnung bis hin zum Verlängerungs-Tracking bietet unsere Plattform Rechts- und Fachabteilungen einen einzigen Ort zur Verwaltung des gesamten Vertragslebenszyklus.

Unsere KI wird intern entwickelt – Ihre Vertragsdaten bleiben vollständig unter Ihrer Kontrolle, ohne Exposition gegenüber Drittanbietern. Für Unternehmen, die in mehreren Rechtsordnungen tätig sind, unterstützen wir mehrsprachige Verträge und bieten lokale Serverbereitstellung an, um regionalen Compliance-Anforderungen gerecht zu werden.

Eine Unternehmensjuristin brachte es auf den Punkt:

„Es ist ein maßgeschneidertes Tool, das in eine hochwertige rechtliche und digitale Expertise eingebettet ist und uns hilft, von der manuellen in die automatische Arbeitsweise zu wechseln – es erleichtert uns die Verwaltung unserer täglichen Aufgaben.“

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